Artikel von Dirk Herrmann in der Fellbacher Zeitung vom 05.05.26 - Seite 17

 

Fellbach erinnert an Erfinder des „Roten Hauses“

 

Dirk Herrmann                      260505 Timm Ulrichs im Roten Haus
 

 Der kürzlich verstorbene Bildhauer Timm Ulrichs ist dank seines Kunstwerks auf dem Besinnungsweg Oeffingen weithin bekannt.

 

Fellbach. Der Förderverein Besinnungsweg Fellbach trauert um den international bekannten Künstler Timm Ulrichs, der vor wenigen Tagen im Alter von 86 Jahren verstorben ist. Ulrichs zählt zu den zentralen Figuren der deutschen Konzeptkunst, bezeichnete sich selbst als „Totalkünstler“ und gründete bereits im Alter von 19 Jahren die „Werbezentrale für Totalkunst, Banalismus und Extemporismus“. Er war der Stadt Fellbach und dem Besinnungswegverein seit Jahrzehnten verbunden. Vor allem sein „Rotes Haus“ ist auch weit über Fellbach hinaus bekannt und hat schon zahlreiche kunstinteressierte Spaziergänger angelockt.

 

Bereits bei der ersten Triennale 1980 dabei

 Bei der ersten Triennale Kleinplastik in Fellbach im Jahr 1980, seinerzeit noch als „Sommerbespielung“ der Schwabenlandhalle, war der am 31. März 1940 in Berlin geborene und später in Bremen aufgewachsene Ulrichs mit einer Arbeit vertreten. Bei der legendären dritten Triennale unter Leitung des damaligen Documenta-Kurators Schneckenburger steuerte er einen essayistischen Text bei. Es folgte eine Einzelausstellung in der Galerie der Stadt Fellbach.

Schließlich erhielt er den Auftrag zum sogenannten Roten Haus, der „Kindsein/Kreativität“ betitelten Station am Besinnungsweg in Oeffingen. Das Kunstwerk wurde im Jahr 2010 am südlichen Rand des Hartwalds zwischen Fellbach-Oeffingen und Waiblingen-Hegnach errichtet.

Paul Rothwein, der Vorsitzende des Fördervereins, erklärt dazu: „Dieser beliebte Ort, der gerne für Trauungen genutzt wird, illustriert auf beste Weise das Vorgehen dieses genialen Künstlers.“

 

Wie ein knapp über der Erde schwebendes „Zauberhaus“

 Aus einer rechteckigen Fläche entwickelt, wird durch Einschnitte und Faltungen ein Haus gebildet. „Es gibt wohl kaum ein anschaulicheres, ein schöneres Beispiel, den Schritt von der Fläche zum Körper anschaulich zu machen“, so Rothwein. In den Beschreibungen für die Station auf dem Besinnungsweg heißt es: „Die Schmalseiten wirken fragil, zeichenhaft. Die Breitseite mit der fehlenden Wand dagegen nimmt den Betrachter buchstäblich mit ins Innere des Hauses, das wie ein ,Zauberhaus' in geringem Abstand über der Erde zu schweben scheint, lediglich mit einem lebendigen Bau im Erdreich verankert.“

Der Förderverein würdigt „mit großem Respekt“ das „herausragende künstlerische Lebenswerk“ des am 29. April in Berlin verstorbenen Bildhauers und bewahrt die „Erinnerung an einen großartigen Menschen“.

 

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 Kind sein Titelbild

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